Dienstag ist ein toller Tag. Traurig, dass RTL dafür verantwortlich ist, aber bei Serien konnte ich mich bisher irgendwie nicht überwinden, die DVDs zu kaufen. Aber bei Dr. House ist die Überlegung angebracht. Durch den Urlaub war ich extrem auf Entzug, und das auch noch beim Start der vierten Staffel. Deshalb war dann der Abend des 9.9. Dr. House gewidmet. Das Verpasste wurde nachgeholt, wahrlich inhaliert, so grandios war es wieder mal. Dieser Humor ist so bösartig wie genial, dieser Arzt eindeutig zweideutig. Was kann man besseres dazu sagen als – perfekt?
Im direkten Vergleich fällt es fast noch deutlicher auf, dass Welten zwischen anspruchsvollem Humor à la House und Brachialhumor à la Hollywood liegen. Amerikas Film- und Serienwelt ist doch echt schizophren. Gut zu wissen ist es aber wenigstens, dass eine der zwei Seiten mehr als lobenswert ist, während die andere getrost vernachlässigt werden kann. An dieser Stelle muss ich mich selbst zitieren, was die zwei Filme betrifft, die im Flugzeug angeboten wurden. Fünf Stunden sind lang, dank der Filme verging wenigstens die Zeit etwas schneller, aber sonst kann man diesen Schinken nichts Positives abgewinnen:
Love Vegas
(Hinflug)
Der ganze Film ist einfach nur hirnrissig, die Dialoge sind dämlich, zwischen den Hauptdarstellern stimmt die Chemie nicht, das Drehbuch wurde wohl auch während einer sehr, sehr langen Nacht in Vegas zusammengestückelt. Eine Ausgeburt der Vorhersehbarkeit. Ganz, ganz gruselig.
0/10 Albernheiten
Ein Schatz zum Verlieben
(Rückflug)
Richtiger Quark, der es seltsamerweise in die Kinos geschafft hat, um schließlich im Flugzeug als Lückenfüller zwischen Start und Landung sein tristes Dasein zu verbringen. Vielleicht lag’s an mir und an der luftigen Höhe, aber das Drehbuch erschien mir einfach wie ein Kessel Buntes, gefüllt mit seltsamen Einfällen und vorhersehbaren Wendungen. Laut und (meistens eher im negativen Sinne) durchgeknallt. Wenigstens hatten die Hauptdarsteller noch ein wenig Charme und alle hatten sichtlich Spaß an dem Unsinn (dafür ein Gnadenpunkt). Donald Sutherland konnte den Film zwar nicht retten, aber war wenigstens nicht ganz so albern. Vielleicht wollte jemand einfach nur einen Film lang den halbnackten, dauernassen Sunnyboy Matthew McConaughey über die Landwand spacken sehen. Wer weiß.
2/10 im Meer versenkte Schmuckkästchen
Ich muss ehrlich sein: Nach „Im Dutzend billiger 2″ und dem dreiundzwanzigsten Mal „Mr. Bean im Friserursalon“ hätte ich nicht auf etwas Besseres hoffen sollen. Aber einen letzten Rest Optimismus hatte ich mir für diesen Flug noch aufgehoben – pure Verschwendung. Das nächste Mal sollte man Langstrecke fliegen, da bekommt man (allerdings nur in der Business Class) echte Schmuckstücke wie „Sweeney Todd“ angeboten!
Aber zurück auf die Erde: Als ersten Film nach dem Urlaub hatte ich „Signs“ auserkoren, was sich aber schnell als Fehlgriff herausstellte. Ich hasse es wirklich, einem Film keine Chance zu geben und ihn nicht zu Ende zu sehen, aber dieser hier ließ mir keine andere Wahl. Es lag sicher nicht nur an der Synchronisation, dass die Dialoge nichtssagend und unrealistisch waren, die Geschichte hat mich überhaupt nicht gefesselt und die Kinder dienten hier leider auch nur als großäugiges und Angst-habendes Beiwerk. Schade, da „The Sixth Sense“ wirklich gut war, aber M. Night Shyamalan hat offenbar auch manchmal Aussetzer.
Da kann man mit locker-leichter Unterhaltung nichts falsch machen, dachte ich mir am Sonntag, und so landete ich bei „Hitch – Der Date-Doktor„. Eigentlich ein Film, bei dem man im Prinzip auch recht schnell weiß, wie er ausgeht. Aber irgendwie hat er das, was „Love Vegas“ (und noch so einigen anderen) fehlt: gut aufgelegte Hauptdarsteller (allen voran Kevin James, was hab ich gelacht; und Will Smith stehen solche Rollen einfach), spritzige Dialoge, niemals Langeweile und sogar ein Schuss Wahrheit – da kann man noch eher von dem Hollywood-typischen Ende absehen. Sicherlich nicht der beste Film dieser Sparte, aber einer der besseren zum gute-Laune-Kriegen, Wohlfühlen und über-sich-selbst-Lachen.
7/10 Rendezvous
Für den Fall, dass es mal wieder ganz eng wird und ich am liebsten die Fernsehzeitung samt Fernseher aus dem Fenster schmeißen will, sollte ich mir vielleicht doch die Dr. House-Staffeln zulegen. Da ist man wenigstens immer auf der sicheren Seite. Und ich würde mich nicht nur auf Dienstag Abend freuen.