Archiv für September, 2008

addicted

Veröffentlicht in everyday life am 11. September 2008 von stachelchen

Dienstag ist ein toller Tag. Traurig, dass RTL dafür verantwortlich ist, aber bei Serien konnte ich mich bisher irgendwie nicht überwinden, die DVDs zu kaufen. Aber bei Dr. House ist die Überlegung angebracht. Durch den Urlaub war ich extrem auf Entzug, und das auch noch beim Start der vierten Staffel. Deshalb war dann der Abend des 9.9. Dr. House gewidmet. Das Verpasste wurde nachgeholt, wahrlich inhaliert, so grandios war es wieder mal. Dieser Humor ist so bösartig wie genial, dieser Arzt eindeutig zweideutig. Was kann man besseres dazu sagen als – perfekt?

Im direkten Vergleich fällt es fast noch deutlicher auf, dass Welten zwischen anspruchsvollem Humor à la House und Brachialhumor à la Hollywood liegen. Amerikas Film- und Serienwelt ist doch echt schizophren. Gut zu wissen ist es aber wenigstens, dass eine der zwei Seiten mehr als lobenswert ist, während die andere getrost vernachlässigt werden kann. An dieser Stelle muss ich mich selbst zitieren, was die zwei Filme betrifft, die im Flugzeug angeboten wurden. Fünf Stunden sind lang, dank der Filme verging wenigstens die Zeit etwas schneller, aber sonst kann man diesen Schinken nichts Positives abgewinnen:

Love Vegas
(Hinflug)
Der ganze Film ist einfach nur hirnrissig, die Dialoge sind dämlich, zwischen den Hauptdarstellern stimmt die Chemie nicht, das Drehbuch wurde wohl auch während einer sehr, sehr langen Nacht in Vegas zusammengestückelt. Eine Ausgeburt der Vorhersehbarkeit. Ganz, ganz gruselig.

0/10 Albernheiten

Ein Schatz zum Verlieben
(Rückflug)
Richtiger Quark, der es seltsamerweise in die Kinos geschafft hat, um schließlich im Flugzeug als Lückenfüller zwischen Start und Landung sein tristes Dasein zu verbringen. Vielleicht lag’s an mir und an der luftigen Höhe, aber das Drehbuch erschien mir einfach wie ein Kessel Buntes, gefüllt mit seltsamen Einfällen und vorhersehbaren Wendungen. Laut und (meistens eher im negativen Sinne) durchgeknallt. Wenigstens hatten die Hauptdarsteller noch ein wenig Charme und alle hatten sichtlich Spaß an dem Unsinn (dafür ein Gnadenpunkt). Donald Sutherland konnte den Film zwar nicht retten, aber war wenigstens nicht ganz so albern. Vielleicht wollte jemand einfach nur einen Film lang den halbnackten, dauernassen Sunnyboy Matthew McConaughey über die Landwand spacken sehen. Wer weiß.

2/10 im Meer versenkte Schmuckkästchen

Ich muss ehrlich sein: Nach „Im Dutzend billiger 2″ und dem dreiundzwanzigsten Mal „Mr. Bean im Friserursalon“ hätte ich nicht auf etwas Besseres hoffen sollen. Aber einen letzten Rest Optimismus hatte ich mir für diesen Flug noch aufgehoben – pure Verschwendung. Das nächste Mal sollte man Langstrecke fliegen, da bekommt man (allerdings nur in der Business Class) echte Schmuckstücke wie „Sweeney Todd“ angeboten!

Aber zurück auf die Erde: Als ersten Film nach dem Urlaub hatte ich „Signs“ auserkoren, was sich aber schnell als Fehlgriff herausstellte. Ich hasse es wirklich, einem Film keine Chance zu geben und ihn nicht zu Ende zu sehen, aber dieser hier ließ mir keine andere Wahl. Es lag sicher nicht nur an der Synchronisation, dass die Dialoge nichtssagend und unrealistisch waren, die Geschichte hat mich überhaupt nicht gefesselt und die Kinder dienten hier leider auch nur als großäugiges und Angst-habendes Beiwerk. Schade, da „The Sixth Sense“ wirklich gut war, aber M. Night Shyamalan hat offenbar auch manchmal Aussetzer.

Da kann man mit locker-leichter Unterhaltung nichts falsch machen, dachte ich mir am Sonntag, und so landete ich bei „Hitch – Der Date-Doktor„. Eigentlich ein Film, bei dem man im Prinzip auch recht schnell weiß, wie er ausgeht. Aber irgendwie hat er das, was „Love Vegas“ (und noch so einigen anderen) fehlt: gut aufgelegte Hauptdarsteller (allen voran Kevin James, was hab ich gelacht; und Will Smith stehen solche Rollen einfach), spritzige Dialoge, niemals Langeweile und sogar ein Schuss Wahrheit – da kann man noch eher von dem Hollywood-typischen Ende absehen. Sicherlich nicht der beste Film dieser Sparte, aber einer der besseren zum gute-Laune-Kriegen, Wohlfühlen und über-sich-selbst-Lachen.

7/10 Rendezvous

Für den Fall, dass es mal wieder ganz eng wird und ich am liebsten die Fernsehzeitung samt Fernseher aus dem Fenster schmeißen will, sollte ich mir vielleicht doch die Dr. House-Staffeln zulegen. Da ist man wenigstens immer auf der sicheren Seite. Und ich würde mich nicht nur auf Dienstag Abend freuen.

remembering#2

Veröffentlicht in everyday life am 7. September 2008 von stachelchen

21.08.2008

Typisch spanisch, möchte man sagen. Oder typisch palmerisch? Jedenfalls wäre es in Deutschland undenkbar, Touristen allein einen steinigen Weg absolvieren zu lassen, der links und rechts nicht nur unbefestigt ist, sondern auch an einem beträchtlich tiefen Abgrund entlangführt. 

Nichts für Leute mit Höhenangst. Und auch nichts für Leute mit typisch deutscher Kontroll- und Absicherungssucht. Auf La Palma geht es offenbar frei nach dem Motto: Ein bisschen Spaß muss sein! Und ein bisschen Nervenkitzel…

Beim späteren Einkauf im auf den Kanaren überall verbreiteten „Hiperdino“ machten wir dann auch eine kleine, aber, wie ich finde, sehr hübsche Erfahrung: Zwischen der Obst- und Gemüseabteilung und dem Fischangebot lagen einige Handtücher auf einem Stapel, ohne dass ein Preis vermerkt worden war. Mit Händen und Füßen machten wir einer freundlichen Verkäuferin verständlich, dass wir den Preis wissen wollten. Die Frau nahm das Handtuch, legte es auf eine Obst- und Gemüsewaage und drückte einen Knopf irgendwo zwischen Bananen und Gurken. Die Maschine spuckte einen Ausdruck aus, den sie auf das Handtuch klebte, um uns dieses wieder in die Hand zu drücken. Dank des Wörterbuchs, das ich immer zum Einkaufen mitnahm, übersetzte ich den Aufdruck: „Handtuch nach Gewicht“. Ein Kilo Handtücher für 14,99€. Einfach, aber genial. Das habe ich in Deutschland wirklich noch nicht gesehen. Wäre sicher eine Überlegung wert, das hier auch einzuführen. Dann heißt es künftig beim Zusammenstellen der Einkaufsliste: „Bringst du bitte drei Kilo Kartoffeln, zwei Pfund Erdbeeren und 250 Gramm Handtücher mit?“

remembering#1

Veröffentlicht in everyday life am 4. September 2008 von stachelchen

19.08.2008

So eine Bremsung habe ich auch noch nicht erlebt. Gut, bei einer Landebahn, die vom Meer in ihrer Länge ein wenig eingeschränkt ist, ist es irgendwie logisch, dass sich ein Pilot bei der Landung nicht so viel Zeit lassen kann. Viel wichtiger ist sowieso, dass man endlich nach sechsstündiger Flugreise mit zwei Mal Start und Landung am Ziel angekommen ist. Nur war von Sonne nichts zu sehen. Wolken, Wind, aber immerhin 28°C. Auf dem Weg in die Sonne mussten noch einige Wege absolviert werden, der abenteuerlichste war der vom Flugzeug zum Kofferband. Zu Fuß lief man gut und gerne zehn Minuten direkt am Flugplatz entlang, zwanzig Meter von riesigen Flugzeugen mit angeschalteten Turbinen entfernt, bepackt mit Handgepäck und verdutzten Mienen. Mitarbeiter des Flughafens verfügten natürlich über anständigen Gehörschutz, der dem 0815-Touristen aber leider verwehrt blieb. Nettes Willkommensgeschenk, so ein Hörsturz. Dank geschicktem Einsatz der Hände konnte jedoch Schlimmeres vermieden werden und so gelangte man endlich doch noch zum Kofferband, wo wie immer zuletzt unsere verloren geglaubten Koffer auftauchten. Wir ahnten nicht, dass uns erneut eine kleine Odysee bevorstand, diesmal aber noch interessanter, da wir mit zusätzlichem Gepäck ausgestattet waren, das auf einem nicht gerade vertrauenserweckenden Kofferwagen mit Eigenleben Platz fand. Immerhin musste man ihn nicht mit einer Euro-Münze füttern, sodass es egal war, wo man ihn schließlich abstellte – Hauptsache, man musste nicht den ganzen Weg zurücklaufen!

Bergab sollten wir dann einem alltours-Angestellten hinterher rennen, der es ohne Gepäck natürlich wesentlich leichter hatte als wir und so verloren wir ihn schnell aus den Augen. Auf gut Glück liefen wir zu einem großen Parkplatz, wo wir schließlich tatsächlich unseren Mietwagen erhielten. Die Abfertigung verlief in einem ehemaligen Buswartehäuschen, wo zwei zuständige Verteter der Mietwagenfirma, mit allerlei bunten Zetteln bewaffnet, jedem Urlauber-Grüppchen einen Autoschlüssel aushändigte. Eine Stunde hatte der ganze Spaß schon mal gedauert, aber immerhin war das Auto (gefunden nach erneuter Mini-Wanderung von fünf Minuten anhand der Informationen über Autofarbe, -marke und -kennzeichen und ungefährem Standort (turn left and go to the end of the street)) gut in Schuss und bot genug Platz für unser Gepäck.

Dank einer hilfreichen Wegbeschreibung war unser Domizil schnell gefunden und erfreulicherweise strahlte die Sonne auf der Westseite der Insel von einem wolkenlosen Himmel. Wir strahlten ebenso, als wir die Spritpreise sahen (90.3 Cent pro Liter Normalbenzin) und noch mehr, als wir die herrlich begrünte Bungalowanlage sahen, die zwei Wochen lang unser Zuhause sein würde.

Der anstrengende Anreisetag neigte sich im nahegelegenen „Carmen“ dem Ende, wo wir uns erste spanische Brocken abrangen, obwohl der Kellner (und wohl gleichzeitig auch Besitzer des Restaurants) sehr gut Deutsch verstand, was wir aber erst beim zweiten Besuch so richtig gemerkt hatten. Geschmeckt hat es allemal, besonders die typisch kanarischen papas arrugadas seien jedem ans Herz gelegt, der mal auf eine der schönen Inseln reist.

04.09.2008

Nach zwei Wochen hat man irgendwie verdrängt, wie nervig eine Großstadt manchmal sein kann. Volle Busse, Leute, die im Weg rumstehen oder mit aller Gemütsruhe schlendernd den Weg blockieren, Herbst- und Winterklamotten in allen Läden, obwohl noch nicht einmal der Spätsommer angefangen hat. Dresden ist und bleibt natürlich meine Heimat- und Lieblingsstadt, aber manchmal fällt es einem etwas schwer, die unangenehmen Seiten des Stadtlebens auszublenden. Aber solange das Positive überwiegt, kann ich das Geschubse und Gedrängel hinnehmen. Vor allem auch mit dem Wissen, dass ab Ende November (oder schon Oktober?) alles noch viel schlimmer wird und somit jetzt alles halb so wild ist.