remembering#1
19.08.2008
So eine Bremsung habe ich auch noch nicht erlebt. Gut, bei einer Landebahn, die vom Meer in ihrer Länge ein wenig eingeschränkt ist, ist es irgendwie logisch, dass sich ein Pilot bei der Landung nicht so viel Zeit lassen kann. Viel wichtiger ist sowieso, dass man endlich nach sechsstündiger Flugreise mit zwei Mal Start und Landung am Ziel angekommen ist. Nur war von Sonne nichts zu sehen. Wolken, Wind, aber immerhin 28°C. Auf dem Weg in die Sonne mussten noch einige Wege absolviert werden, der abenteuerlichste war der vom Flugzeug zum Kofferband. Zu Fuß lief man gut und gerne zehn Minuten direkt am Flugplatz entlang, zwanzig Meter von riesigen Flugzeugen mit angeschalteten Turbinen entfernt, bepackt mit Handgepäck und verdutzten Mienen. Mitarbeiter des Flughafens verfügten natürlich über anständigen Gehörschutz, der dem 0815-Touristen aber leider verwehrt blieb. Nettes Willkommensgeschenk, so ein Hörsturz. Dank geschicktem Einsatz der Hände konnte jedoch Schlimmeres vermieden werden und so gelangte man endlich doch noch zum Kofferband, wo wie immer zuletzt unsere verloren geglaubten Koffer auftauchten. Wir ahnten nicht, dass uns erneut eine kleine Odysee bevorstand, diesmal aber noch interessanter, da wir mit zusätzlichem Gepäck ausgestattet waren, das auf einem nicht gerade vertrauenserweckenden Kofferwagen mit Eigenleben Platz fand. Immerhin musste man ihn nicht mit einer Euro-Münze füttern, sodass es egal war, wo man ihn schließlich abstellte – Hauptsache, man musste nicht den ganzen Weg zurücklaufen!
Bergab sollten wir dann einem alltours-Angestellten hinterher rennen, der es ohne Gepäck natürlich wesentlich leichter hatte als wir und so verloren wir ihn schnell aus den Augen. Auf gut Glück liefen wir zu einem großen Parkplatz, wo wir schließlich tatsächlich unseren Mietwagen erhielten. Die Abfertigung verlief in einem ehemaligen Buswartehäuschen, wo zwei zuständige Verteter der Mietwagenfirma, mit allerlei bunten Zetteln bewaffnet, jedem Urlauber-Grüppchen einen Autoschlüssel aushändigte. Eine Stunde hatte der ganze Spaß schon mal gedauert, aber immerhin war das Auto (gefunden nach erneuter Mini-Wanderung von fünf Minuten anhand der Informationen über Autofarbe, -marke und -kennzeichen und ungefährem Standort (turn left and go to the end of the street)) gut in Schuss und bot genug Platz für unser Gepäck.
Dank einer hilfreichen Wegbeschreibung war unser Domizil schnell gefunden und erfreulicherweise strahlte die Sonne auf der Westseite der Insel von einem wolkenlosen Himmel. Wir strahlten ebenso, als wir die Spritpreise sahen (90.3 Cent pro Liter Normalbenzin) und noch mehr, als wir die herrlich begrünte Bungalowanlage sahen, die zwei Wochen lang unser Zuhause sein würde.
Der anstrengende Anreisetag neigte sich im nahegelegenen „Carmen“ dem Ende, wo wir uns erste spanische Brocken abrangen, obwohl der Kellner (und wohl gleichzeitig auch Besitzer des Restaurants) sehr gut Deutsch verstand, was wir aber erst beim zweiten Besuch so richtig gemerkt hatten. Geschmeckt hat es allemal, besonders die typisch kanarischen papas arrugadas seien jedem ans Herz gelegt, der mal auf eine der schönen Inseln reist.
04.09.2008
Nach zwei Wochen hat man irgendwie verdrängt, wie nervig eine Großstadt manchmal sein kann. Volle Busse, Leute, die im Weg rumstehen oder mit aller Gemütsruhe schlendernd den Weg blockieren, Herbst- und Winterklamotten in allen Läden, obwohl noch nicht einmal der Spätsommer angefangen hat. Dresden ist und bleibt natürlich meine Heimat- und Lieblingsstadt, aber manchmal fällt es einem etwas schwer, die unangenehmen Seiten des Stadtlebens auszublenden. Aber solange das Positive überwiegt, kann ich das Geschubse und Gedrängel hinnehmen. Vor allem auch mit dem Wissen, dass ab Ende November (oder schon Oktober?) alles noch viel schlimmer wird und somit jetzt alles halb so wild ist.