remembering#2

21.08.2008

Typisch spanisch, möchte man sagen. Oder typisch palmerisch? Jedenfalls wäre es in Deutschland undenkbar, Touristen allein einen steinigen Weg absolvieren zu lassen, der links und rechts nicht nur unbefestigt ist, sondern auch an einem beträchtlich tiefen Abgrund entlangführt. 

Nichts für Leute mit Höhenangst. Und auch nichts für Leute mit typisch deutscher Kontroll- und Absicherungssucht. Auf La Palma geht es offenbar frei nach dem Motto: Ein bisschen Spaß muss sein! Und ein bisschen Nervenkitzel…

Beim späteren Einkauf im auf den Kanaren überall verbreiteten „Hiperdino“ machten wir dann auch eine kleine, aber, wie ich finde, sehr hübsche Erfahrung: Zwischen der Obst- und Gemüseabteilung und dem Fischangebot lagen einige Handtücher auf einem Stapel, ohne dass ein Preis vermerkt worden war. Mit Händen und Füßen machten wir einer freundlichen Verkäuferin verständlich, dass wir den Preis wissen wollten. Die Frau nahm das Handtuch, legte es auf eine Obst- und Gemüsewaage und drückte einen Knopf irgendwo zwischen Bananen und Gurken. Die Maschine spuckte einen Ausdruck aus, den sie auf das Handtuch klebte, um uns dieses wieder in die Hand zu drücken. Dank des Wörterbuchs, das ich immer zum Einkaufen mitnahm, übersetzte ich den Aufdruck: „Handtuch nach Gewicht“. Ein Kilo Handtücher für 14,99€. Einfach, aber genial. Das habe ich in Deutschland wirklich noch nicht gesehen. Wäre sicher eine Überlegung wert, das hier auch einzuführen. Dann heißt es künftig beim Zusammenstellen der Einkaufsliste: „Bringst du bitte drei Kilo Kartoffeln, zwei Pfund Erdbeeren und 250 Gramm Handtücher mit?“

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